Warum man sich im Urban Cruiser nicht in einen Topf mit den angeblich bösen SUV-Fahrern werfen lassen muss, erfahren Sie im autonet.at-Intensivtest.
Quizfrage: Welches Modell begründete das Segment der „Sports Utility Vehicles“? Sparen Sie sich das Googeln, es war der Toyota RAV4 und es war im Jahr 1994. Im Unterschied zu den Geländewagen zum damaligen Zeitpunkt verfügte der RAV4 über eine selbsttragende Karosserie und hatte damit nur mehr wenig mit einem Nutzfahrzeug zu tun. Gerade als Dreitürer war der RAV4 ein kompaktes Lifestyle-Wägelchen. In den Jahren legte er deutlich an Größe zu, womit sich für Toyota die Chance bot, ein zusätzliches Modell in die Verkaufsräume rollen zu lassen.
Zu heiß gewaschen? Urban Cruiser nennt sich der kompakte Allradler, der wirkt als wäre er zu heiß gewaschen worden. Die Karosserieform spielt mit dem Geländewagen-Thema. In seinen Abmessungen gibt er sich mit 3,93 m Länge, 1,73m Breite und 1,54 m Höhe ein Stelldichein im Kleinwagen-Segment. Das Verhältnis Länge zu Breite gibt dem kleinen Toyota nicht nur optisch einen festen Stand, sondern erweist sich auch beim Fahrkomfort von Vorteil. Der Name Urban Cruiser lädt dazu ein, nachzufragen was ein Allradler in der Stadt verloren hat. Ein Blick aus dem Fenster auf den am Straßenrand stehenden Urban Cruiser, der vom Schneepflug mit zusätzlicher weißer Pracht bedacht wurde, gibt die Antwort. Das Killerargument, dass SUVs zu viel Platz brauchen hat sich beim Urban Cruiser schon mit Erwähnung der Abmessungen erledigt und dass der Verbrauch viel zu hoch sein, kann auch entkräftet werden.
Kein schlechtes Gewissen beim Verbrauch Bei der von uns getesteten Dieselversion mit 90 PS stehen 4,9 Liter Sprit pro 100 km im Datenblatt. Das entspricht 130 g CO2 pro km. Besagten Dieselmotor gibt es auch mit Frontantrieb. Komplettiert wird das Antriebsprogramm mit einem ebenfalls frontgetriebenen 100-PS-Benzinmotor. Wer sich für den Allradantrieb entscheidet, muss sich nicht sonderlich mit der Funktionsweise auseinandersetzen. Das System arbeitet vollautomatisch. Im Normalfall werden die Vorderräder angetrieben. Wir mehr Traktion benötigt, etwa auf rutschigem Untergrund, schließt sich eine elektronisch geregelte Kupplung vor dem Hinterachsdifferenzial und verteilt die Antriebskraft zusätzlich auch auf die Hinterräder. Im Armaturenbrett befindet sich ein Lock-Schalter. So kann manuell eine fixe Antriebskraft-Verteilung von 50:50 aktiviert werden. Das funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h.
SUV, das sicher keine zwei Parkplatze braucht Soweit, so gut. Dann lassen sie uns doch einmal gemeinsam durch die Stadt cruisen. Von außen wirkt der kleine Toyota wie gemacht für ein jugendliches Publikum. Warum sieht man dann immer wieder ältere Semester im Urban Cruiser sitzen? Die erhöhte, aufrechte Sitzposition könnte ein Grund dafür sein. Das erleichtert das Einsteigen doch deutlich. Bei der Übersichtlichkeit muss man wegen der breiten C-Säule im Heck leichte Abstriche machen. Die kompakten Abmessungen verursachen beim Einparken aber keinen zusätzlichen Stress. Dass der Urban Cruiser eventuell zwei Parkplätze beansprucht, liegt allein in den Einparkkünsten des Fahrers begründet. In Parkgaragen wird dafür der große Wendekreisdurchmesser von 11,8 m deutlich.
Aufgeräumter Innenraum Der Innenraum präsentiert sich sehr nüchtern gestaltet. Die Mittelkonsole hebt sich durch ihre silberne Farbgebung ab. Die Instrumententafel besteht aus einem Rundinstrument, das sich Tachometer und Drehzahlmesser gemeinschaftlich teilen. Rundherum sind die weiteren wichtigen Anzeigen und Warnlampen platziert. Das Platzangebot ist für diese Klasse ausreichend. Hinten kann es für die Beine etwas eng zugehen. Der Kofferraum fasst in der Allradversion 305 Liter. Zur Erweiterung des Laderaums klappt man die Sitzflächen im Fond hoch und klappt dann die Rücksitzlehnen um. Eine Stufe bleibt aber trotzdem.
Auf Seite 2 erfahren Sie was Sie beim Toyota Urban Cruiser alles für ihr Geld bekommen.