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Mini Cooper Coupé: Überraschungsei

Der Überraschungsei-Profi braucht nur zu schütteln und weiß schon was drinnen ist, der Laie muss es auspacken. Das gilt auch für das neue Mini Coupé. Denn wer vorher schon Mini gefahren ist, dem bietet das Coupé altbekanntes Fahrgefühl mit kleinen Verbesserungen. Wer allerdings zum ersten Mal in die kleine Spaßschleuder einsteigt, wird überrascht sein, wie viel Gokart auf die Straße passt.

zur FotoshowMarion Rodler/autonet.at
Mit Austrian Chili Paket, Xenon-Licht, Sitzheizung und ein paar Optik-Paketen kostete unser Testwagen 28.454 Euro, aber da ginge noch deutlich mehr.  
Was zum Spielen
Es ist ja kein Geheimnis mehr: Ein Mini ist verdichteter Fahrspaß in einem leistbaren Segment. Schon der schwächste Motor - beim Coupé ist das der Cooper mit 1,6 Liter Hubraum und 122 PS - sorgt für guten Vortrieb. In Zahlen sind das neun Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 204 km/h. Damit der kleine Sportler dabei nicht abhebt, fährt bei 80 km/h ein Heckspoiler aus, bei 60 km/h klappt er sich wieder ein. Ein positive Überraschung ist dabei der Verbrauch, der sich auch bei ausgelassener Fahrweise und abgeschalteter Start-Stopp-Automatik bei ungefähr 7,5 Liter einpendelt. Überland ist es angenehmer Weise noch weniger, was dem Mini trotz seines kleinen 40-Liter-Tanks zu einer reisetauglichen Reichweite verhilft. Allerdings reist man nur zu zweit, dafür mit Gepäck. Denn statt einer Rückbank erhielt das Coupé einen Kofferraum der 280 Liter fasst. Für lange Gegenstände gibt es eine Durchreiche.

Spannung
Viele aufregende Situationen warten auf den Fahrer eines Mini Coupés. Eine davon findet an jeder Ampel statt: Die scharf geschnittene Form forderte ihren Tribut von der Windschutzscheibe, die hier kürzer und deutlich schräger ist als beim normalen Mini. Dadurch muss der normal gewachsene Fahrer ungefähr 30 Meter vor der Ampel - in Pole Position - halten, damit er zumindest noch sieht, wenn es grün wird. Ein wenig Zerstreuung schafft hier das Ambi-Light, das man auf Rot, Gelb oder Grün (und viele andere Farben) stellen, und so die Ampelphasen simulieren kann. Das weit in das Sichtfeld des Fahrers gezogene Dach führte außerdem dazu, dass bei der ersten Sitzprobe mehr als ein Mitarbeiter beim Versuch die Sonnenblende wegzuklappen am Dachhimmel gekratzt hat. Ein weiterer Spannungsfaktor sind die Gesichter der Mitmenschen. Viele Finger wurden auf das Coupé gerichtet, ihnen folgten lächelnde oder skeptische Gesichter, wobei erstere vom Fahrer gern auf sich bezogen wurden.

Schokolade
Leicht knorpelig, so als würde man eine Tafel Schokolade entzwei brechen, schaltet sich das manuelle Sechsganggetriebe im Mini. Das soll nicht negativ klingen, im Gegenteil, von den angenehmen Widerständen und der Exaktheit könnten sich andere Hersteller etwas abschauen. Wie feine Schokoladenglasur (um beim Thema zu bleiben) glänzen die für einen Obolus lackierten Applikationen im Innenraum, auch die Verarbeitung lässt nicht zu wünschen übrig. Ein kleiner Wermutstropfen sind vielleicht die Lenkrad- und Radiotasten. Bei Ersteren weiß man nie ob man jetzt wirklich gedrückt hat, Letztere haben ihre Beschriftung verloren, weshalb es immer ein kleines Glücksspiel ist, ob man die zum Sender passende Taste erwischt. Schöne Töne spielt aber nicht nur das Radio. Um beim blinden Rückwärtsfahren dem Krachen vorzubeugen, hat Mini dem Coupé serienmäßig eine Park Distance Control verpasst. Und trotz der kurzen Abmessung von 3,72 Meter Länge, ist man dafür dankbar.

Fazit
Der kleine Zweisitzer macht Spaß. Ab 22.290 Euro bekommt man ein Gokart für die Straße mit dem man gerne Kurven unsicher macht. Extras lässt sich Mini aber gut bezahlen. So kostete unser Testwagen mit Austrian Chili Paket, Xenon-Licht, Sitzheizung und ein paar Optik-Paketen gleich 28.454 Euro, und da ginge noch deutlich mehr. Polarisierender als die Preispolitik ist aber das Aussehen des Coupés. Wie Schokolade mit Rosinen ist es für die einen das Beste zweier Welten, für die anderen ein Grund die Finger davon zu lassen.

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DruckenSenden19.11.2011 von Christoph Adamek

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