Länger als es Autos gibt – Peugeot blickt auf eine 200-jährige Firmengeschichte zurück und erfindet sich gerade neu.
Für die bekannte französische Automarke Peugeot ist der 19. Juni ein historisches Datum. An diesem Tag feiert das Unternehmen sein 200-jähriges Bestehen. Moment! – wird sich so mancher denken – Autos gibt es doch erst seit knapp 120 Jahren, wie soll das gehen? Natürlich stand am Beginn der Firmengeschichte auch nicht ein Fahrzeug mit vier Rädern und einem Motor, sondern eine Säge. Am 19. Juni 1810 wird die Firma „Peugeot-Frères aînés et Jacques Maillard-Salins“ gegründet und mit der Produktion von Werkzeugen begonnen. Mit den Jahren verbreitert sich die Produktpalette und 1890 beginnt schließlich die Produktion von Automobilen. Heute verkauft Peugeot seine Fahrzeuge in mehr als 160 Ländern und blickt mit Zuversicht in die Zukunft, die unter anderem elektrisch sein wird.
Die Wiege von Peugeot steht im Osten Frankreichs Die Geschichte der Familie Peugeot geht aber noch weiter zurück als in das Jahr 1810. Zurückreichend in das 16. Jahrhundert gibt es Beweise über die Existenz der Familie Peugeot in der Region um Montbéliard im Osten Frankreichs. Mit dem Jahr 1810 beginnt allerdings die industrielle Geschichte der Familie. Jean-Pierre II und Jean-Frederic Peugeot wandeln die Mühle von Sous-Cratet in eine Stahlgießerei um und produzieren fortan Sägen und Metallfedern. Damit beginnt der Aufstieg der Firma Peugeot. Kontinuierlich erweitert sich das Produktangebot um Korsetthaken, Kaffeemühlen, Reifröcke und Pfeffermühlen. Dazwischen erblickt im Jahr 1850 der Löwe als Markenzeichen das Licht der Welt. Ab 1858 ist er auch offiziell eingetragen. Viele Produkte, wie die Gewürz- und Kaffemühlen, Werkzeuge und Sägen tragen auch heute noch den Namen Peugeot. Den großen Bekanntheitsgrad erhält Peugeot aber durch seine Fahrzeuge. Noch heute sind Mitglieder der Peugeot-Familie aktiv im Unternehmen vertreten.
1891 beginnt die Serienfertigung von Automobilen Nachdem 1886 mit der Serienfertigung von Fahrrädern begonnen wurde, widmet sich Armand Peugeot daraufhin dem Bau von Automobilen. Im Jahr 1889 wird der Serpollet-Peugeot vorgestellt, ein dampfbetriebenes Dreirad. Schon im darauffolgenden Jahr wird allerdings dem Benzinmotor der Vorzug gegeben. Peugeots Typ 2 hat einen Motor von Daimler. Mit dem Typ 3, der 64 Mal produziert wird beginnt quasi die Massenfertigung. Der Typ 15, gebaut ab 1897, ist das erste Modell mit eigenständig entwickeltem Motor. Die Fahrzeugpalette wächst rasch an und damit auch die Produktionszahlen. Im Jahr 1925 wird die Produktionsmarke von 100.000 Stück geknackt, gleichzeitig wird das Werk in Sochaux Hauptsitz der Pkw-Produktion und ist es auch heute noch. 1929 erscheint das Modell 201. Damit führt Peugeot die dreiziffrigen Modellbezeichnungen ein, wie man sie heute noch kennt. Erst 2004 kommt mit dem 1007 das erste Modell mit vier Ziffern. 1952 rollt der einmillionste Peugeot vom Band, 1976 wird die 10-Millionen-Marke durchbrochen und im Jahr 2008 durfte Peugeot die Produktion des 50-millionsten Fahrzeuges feiern.
Ab 1974 im Gespann mit Citroën In den Jahren dazwischen gibt es wirtschaftlich bedeutende Ereignisse. 1974 übernimmt Peugeot den französischen Konkurrenten Citroën und legt damit den Grundstein für den PSA-Konzern. Vier Jahre später, 1978, werden die europäischen Tochtergesellschaften von Chrysler mit den Marken Chrysler-Simca, Simca, Sunbeam und Matra-Simca übernommen. Der Markenname Simca wird 1979 in Talbot umgewandelt. Dieser Marke ist allerdings nur ein kurzes Leben beschieden. 1986 wird der Markenname Talbot wieder aufgegeben. Aktuell beschäftigt der PSA-Konzern 186.000 Personen weltweit und hat einen Umsatz von 48,4 Milliarden Euro. Über drei Millionen Fahrzeuge werden jährlich produziert. Peugeots Anteil liegt knapp unter zwei Millionen. Peugeot ist damit der zehntgrößte Hersteller in der Welt. Das ist aber kein Grund für Peugeot, sich auf diesen Zahlen auszuruhen.
Was Peugeot für die Zukunft plant und Peugeots Erfolge im Motorsport können Sie auf Seite 2 nachlesen.