Mercedes Blue Zero: Grüner Gleiter mit gutem Gewissen
Mit dem Blue Zero geht Mercedes von der Forschung zur Entwicklung über. In den nächsten Jahren sind verschiedene Antriebskonzepte für A- und B-Klasse vorstellbar.
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Das aufregende Äußere des Blue Zero sorgt für interessierte Blicke der Passanten.
Als die Mercedes-Forscher vor ein paar Jahren den „Kofferfisch auf Rädern“ präsentiert haben, gab es neben viel Applaus auch reichlich Gelächter: Zu schräg und abstrus sah der Kleinwagen aus, der nach dem Vorbild der Natur gezeichnet und auf einen minimalen Strömungswiderstand hin konzipiert war. Doch mittlerweile ist das Konzept ein bisschen gereift, hat von der Forschungsabteilung in die Entwicklung gewechselt und könnte so zum Vorbild für die nächste B-Klasse werden. Denn was einmal als visionäres „Bionic Car“ begonnen hat, ist mittlerweile zur einem relativ fest im Hier und Heute verankerten Studie geworden, die im Jänner als „Blue Zero“ zu den Stars der Detroit Motor Show zählte. Und weil Mercedes damit offenbar mehr vor hat als nur ein bisschen Show und Schein, stand der giftgrüne Elektroflitzer jetzt sogar zu einer ersten Ausfahrt bereit.
Neun Monate vom Konzept zum fahrbereiten Auto
„Die Entwicklung dieses Autos war für uns eine Gratwanderung“, räumt Projektleiter Uwe Skrzypek ein, der mit einem Team von 50 Experten neun Monate Zeit hatte, um die Ideen der Designer buchstäblich greifbar, nein: sogar fahrbar zu machen. Auf der einen Seite sollte die Studie Aufmerksamkeit erregen und musste deshalb entsprechend futuristisch und spektakulär aussehen. Andererseits aber wollten die Schwaben ein seriöses Fahrzeug hinstellen, dem man seine Nähe zur Serie abnimmt. Schließlich ist es für den Blue Zero nur noch ein kurzer Weg vom Wunsch zur Wirklichkeit.
Doch auf diesem schmalen Grat wandern die Schwaben routiniert und trittsicher: Von außen sieht der B-Zero deshalb so unkonventionell aus, dass sich tatsächlich alle nach dem metallisch schimmernden Würfel mit der windschnittigen Hakennase und den markanten Falzen in den Flanken umdrehen – so flott und pfiffig verpackt hat man die B-Klasse schließlich noch nie gesehen. Und die phosphorisierenden Plastikscheiben auf den Alufelgen, die ebenfalls grünlich schimmernde Verkleidung des hinteren Radhauses sowie natürlich die LED-Scheinwerfer mit einer leuchtenden Fackel, die beim Blinken förmlich glühenden Spiegel und die mit dutzenden LED-Punkten strahlenden Rückleuchten tun ein übriges beim Reiz der Netzhaut.
Neue Materialien treffen auf Altbekanntes
Aber sobald sich die federleichten Türen öffnen und man im Halbschatten unter dem transparenten Solardach auf einem der fünf Sitze Platz nimmt, fühlt man sich auf Anhieb wie zu Hause. Natürlich ist das Cockpit ein bisschen bunter als sonst, die Sitze glitzern metallisch wie die Haut eines Haifischs, und dass man durch die transparenten Kunststoffkonsolen das Skelett der dünnen Trägerstruktur sehen kann, vermittelt ein Gefühl der Leichtigkeit. Doch alle Schalter und Hebel sind mehr oder minder direkt aus der Grosserie übernommen und sind genau dort, wo man sie erwartet. „Der Einsatz bekannter Komponenten gibt uns die nötige Glaubwürdigkeit und unterstreicht die Nähe zur Serie“, rechtfertigt Skrzypek diesen bei Studien eher ungewöhnlichen Schritt.
In welcher Art und Weise der Elektroantrieb und vor allem in welchem Modell er zum Einsatz kommen könnte, lesen sie auf der nächsten Seite.
DruckenSenden20.07.2009
von
Thomas Geiger