Die Zeitabstände werden knapper, am Ende des Trainingstags steht Startplatz 10 Die Zeiten spielten im ersten Training noch keine große Rolle. Etwas überrascht waren wir aber schon, dass uns das belgische Team fast zehn Sekunden auf dem 2,7 km langen Kurs abgenommen hat. Im zweiten freien Training am Nachmittag besserte sich die Wettersituation leicht. Der Regen hörte auf und die Strecke begann leicht aufzutrocknen. Dementsprechend verbesserten sich auch die Zeiten, die Abstände zwischen den Teams wurden kleiner und jeder Fahrer tastete sich näher an sein persönliches Limit heran. Nach dem zweiten Training stand auch die Entscheidung an, wer die für die Startaufstellung entscheidende Superpole fahren wird. Unseren schnellsten Mann, Alexander Zwickl, durfte ran und hatte nur einen Versuch, eine schnelle Runde hinzulegen. Waren wir in den freien Trainings nur auf Platz 16, schaute am Ende Rang Zehn in der Startaufstellung heraus.
Zwischenzeitlich auf Rang Drei Gute Voraussetzungen also für das Rennen, die Stimmung im Team war prächtig. Nun war Zeit sich eine Taktik für das Rennen zurechtzulegen, wieder über den Haufen zu werfen und eine neue Taktik auszutüfteln. Das Wetter am Renntag machte uns die Entscheidung nicht leichter. Sah es im Warm up danach aus, dass die Strecke auftrocknet, setzte dann wieder leichter Regen ein. Um 12.40 Uhr wurde es dann „heiß“. Die Boxengasse wurde geöffnet und die Renn-MX-5 machten sich auf den Weg zur Startaufstellung. Unser Polesetter musste als erster ins Rennen gehen, so sah es das Reglement vor. Mit voll getanktem Auto war es seine Aufgabe, am längsten auf der Strecke zu bleiben. Um 13.00 Uhr wurde das Rennen als „Wet Race“ gestartet. Das Feld folgte dem Pace Car für drei Runden, um dann endlich richtig losjagen zu dürfen. Im Großen und Ganzen lief alles gut. Unser Mann machte gleich ein paar Plätze gut. Die Polen leisteten sich in der Haarnadel einen Dreher und die Schweizer nutzen das Kiesbeet in vollem Maße aus. Dann war es Zeit für die ersten Tankstopps mit Fahrerwechsel, was uns zwischenzeitlich auf Rang Drei vorspülte.
Die Anspannung steigt Eigentlich als dritter Mann vorgesehen, schien es dass ich schon früher als erwartet rankommen sollte. Unser zweiter Fahrer glaubte ein Boxensignal gesehen zu haben und kam nach fünf Runden bereits wieder zum Tankstopp, entschied sich dann aber doch zum Weiterfahren. Das kostete natürlich viel Zeit. Nach 2:15 Stunden durfte ich dann wirklich ran. Also machte ich mich auf den Weg von unserer Box zur Tankzone. Bei der Führerscheinprüfung war ich wohl kaum weniger nervös. Und schon bog unser rot-weiß-roter Racer zum Tanken ein. Meine Aufgabe war es den Feuerlöscher zu halten, während Fahrer Eins die 20 Liter Benzin reinlaufen lässt. Dann möglichst schnell durch den Käfig ins Cockpit klettern, den Vierpunkt-Gurt fixieren und unter Beachtung der Tempolimits aus Tankzone und Boxengasse hinaus auf die Rennstrecke.
Welche Welten zwischen Training und Rennen liegen und was ein schwarz-rot-goldenes Auto im Rückspiegel für Emotionen auslösen können, sowie die Abrechnung am Schluss lesen Sie auf Seite 3.